Der vermögende Wigbert stammte aus thüringischem Adel, besuchte die Magdeburger Domschule und war Mitglied der Hofkapelle HEINRICHS II., der ihn 1004 nach der Wiedererrichtung Merseburgs zum Bischof erhob.
 
Am 6. Februar 1004 verlieh HEINRICH II. in Merseburg seinem Kapellan Wigbert mit dem Stabe Erzbischof Taginos von Magdeburg das wiedererrichtete Bistum. Noch am gleichen Tage fand die Bischofsweihe durch Erzbischof Tagino und die Bischöfe Hilderich von Havelberg und Wigo von Brandenburg im Merseburger Dom statt.
Wigbert (1004-1009), ex optimis Turingiae australis parentibus, gehörte wohl in die Familie des vermutlich in der Mark Meißen amtierenden Markgrafen Wigbert und damit in die sächsisch-thüringische Führungsschicht der ostsächsischen Marken. Wenn das Merseburger Totenbuch mit der Eintragung eines "Wihobertus comes" Markgraf Wigbert meint, könnte er der Vater unseres Bischofs gewesen sein. Ob indessen eine verwandtschaftliche Beziehung zu den gleichnamigen Bischöfen von Hildesheim und Verden bestand, die der Sippe Widukinds zuzurechnen sind, ist nicht mehr zu erweisen.


Nach seiner Ausbildung in der Magdeburger Domschule durch den berühmten Scholaster Ohtrich zog Erzbischof Giselher Wigbert in seine Dienste und zeichnete ihn durch die Erzpriesterwürde aus. Auf "missgünstige Einflüsterungen" hin kam es aber zu einer Entfremdung zwischen Wigbert und Giselher, infolge deren Wigbert in den Dienst des Königs übertrat, bei dem er hohes Ansehen erlangte.
Bischof Wigbert muss, obwohl schon körperlich leidend, in den 5 Jahren seines Episkopates noch sehr tätig gewesen sein. Sein unmittelbarer Nachfolger Thietmar berichtet von der Anlage und Weihe vieler Kirchen, darunter zwei in Magdeburg, in seinem Bistum, in welchem er noch Reste heidnischer Kultstätten beseitigen lassen musste. Diese Umstände, sowie strenge Aufsicht über den Klerus und die Beschaffung von vielen gottesdienstlichen Gerät und liturgischen Büchern, die Thietmar ihm nachrühmt, dienten der inneren Festigung seiner Diözese. Auch die Beziehung zum König, der in Wigberts Amtszeit noch sechsmal in Merseburg weilte, ist wohl eng geblieben. Wigbert selbst ist nach seiner Erhebung allerdings nur noch zweimal außerhalb Merseburgs in der Umgebung des Königs nachweisbar, im August 1004 bei der Weihe des Klosters Winterburg an der Saale und im Juli 1005 auf der Nationalsynode in Dortmund. Unter den Erwerbungen Merseburgs zur Zeit Wigberts, die Thietmar aufzählt, befindet sich auch Erbgut des Bischofs. Leider ist der Zeitpunkt dieser Schenkung unbekannt, so daß nicht nachprüfbar ist, ob sie im Zusammenhang mit Wigberts Erhebung steht. Vorgänge bei der Erhebung seines Nachfolgers legen solche Vermutungen nahe.


Bischof Wigbert gelang es während seiner Amtszeit nicht mehr, das Bistum im früheren Umfang wiederherzustellen, da er schon am 24. März 1009 starb.
 
 
 
 

Literatur:
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Thietmar von Merseburg: Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, Seite 234, 242,244,260,262,282,284,290,430 - Gerd Althoff: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 107,186,294 B 16 -